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Ab und zu erhalten wir auch Anrufe, wo sich seltene Tiere in Garagen und Vorgärten verirren. Diesmal hat es einen Turmfalken getroffen und die Anruferin war inzwischen schon so beherzt gewesen, dass sie den Greifvogel fangen und in eine Katzenbox stecken konnte.
Nachdem wir erst einige klärende Anrufe führen mussten, stellt sich als bald heraus, wo der Vogel Art gerecht untergebracht werden konnte und welche Schritte nach einander zu erledigen sind. So konnten wir das Tier dann abholen und zur Erstuntersuchung zum Tierarzt bringen. Dort zeigte, dass sich der Falke den Flügel gebrochen hatte und es sich um eine geschlossene Wunde handelte. Zum Glück verhalten sich Greifvögel in dieser Situation recht ruhig, so dass man sie nur an den entsprechenden Stellen festhalten muss, damit der Flügel fixiert werden kann. Die Heilungschancen gestalten sich zwar recht schwierig, da die Brüche sich versteifen können und somit der Vogel weiterhin Flug unfähig bleibt.
Nach dem Tierarztbesuch haben wir den Falken nach Weinböhla zu Herrn Helmar Anders zum Greifvogelhilfe Sachsen e.V. gebracht. Der gibt dem Vogel eine 50 prozentige Chance, dass er wieder in Ordnung kommt, da er schon vielen Greifvögeln geholfen hat. Um seinen zeitintensiven Hobby nachzugehen braucht Herr Anders einen Falknerschein und ist damit schon so etwas wie ein Jäger, aber in diesem Fall wohl eher ein Heger, weil er ja diesen Vögeln helfen möchte. Wir hoffen, dass der zwei-jährige Falke den Unfall gut übersteht. Auf alle Fälle ist er hier in bester Gesellschaft, zwischen all den anderen Falken, Schleiereulen, Vögeln und sogar einem Fuchs, der sich gerade in seiner Kiste versteckt.
Da die Aufnahme und Pflege für Wildtiere in einem Tierheim sehr problematisch ist, sind wir froh, dass es solch eine Stelle in Sachsen gibt. Als letzte Möglichkeit wäre nur die Universitätsklinik in Leipzig in Frage gekommen, die solche Tiere ebenfalls aufnimmt. Insbesondere erhalten damit die Studenten die Möglichkeit sich eingehend mit diesen Tieren zu beschäftigen und erhalten damit quasi lebendes Anschauungsmaterial und können damit ihr erlangtes Wissen zur Rettung des Tieres einsetzen.
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