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Rotwild
Rotwildgruppe
Rotwildgruppe
Geschätzte 37 Rotwildtiere teilen sich eine Fläche von 60 Quadratkilometer in der Tharandter Region. Damit dürfte Sachsens schönster Wald einen Knacks bekommen haben, weil sich damit der Rotwildbestand auf „keinem hohen Niveau“ befindet. Nach einer aufwendig organisierten Fährtenzählung, an der 40 Forstarbeiter beteiligt waren, wurden 20 gefundene Rotwildfährten gezählt. Nach einer Modellrechnung wurde durch die Hegegemeinschaft die Bestandzahl von ca. 37 Tieren ermittelt.  Der Grund dafür konnte ebenfalls mitgeliefert werden, zu hohe Abschusszahlen. Offenbar nimmt es damit die Gemeinschaft mit der Hegeverpflichtung nicht all zu ernst. Damit dürfte die Sichtung solcher Gruppen, wie sie auf den Bilder zu sehen sind, eher zu einem seltenen Naturschauspiel gehören.

In den nächsten drei Jahren sollen deshalb weniger Tiere abgeschossen werden, stellt die Hegegemeinschaft fest. Normaler Weise geht man davon aus, dass zwei Tiere auf 100 Hektar einen zulässigen Bestand darstellen, dies wären für die 60 Quadratkilometer immerhin 120 Tiere. Somit stellt sich die Frage, wieso konnte der Bestand auf rund ein Drittel eines gesunden Bestandes absinken? Da die Jagd ja nicht komplett ausgesetzt wird, muss man sich zusätzlich fragen, ob drei Jahre lang geringere Abschusszahlen ausreichen. Immerhin können in dieser Zeit nur 10 bis 20 Tiere pro Jahr geboren werden. Weiterhin nehmen Jungtiere erst nach 5 bis 6 Jahre das erste Mal an einer Brunft teil. Dies würde aber bedeuten, dass man mehrheitlich Jagd auf „Kinder“ macht und nicht auf fortpflanzungsfähige Tiere, die ihre Schuldigkeit gegenüber der Natur schon getan haben.

Immerhin hat Rotwild eine Lebenserwartung von rund 20 Jahren. Zusätzlich ist anzumerken, dass die „Schutzgemeinschaft Deutsches Wild“ das Rotwild schon zweimal als „das Tier des Jahres“ deklarierte, 1994 und 2002. Grund dafür war, dass sich der Bestand der Tiere innerhalb dieser 8 Jahre nicht verbessert hatte, sondern verschlechtert hatte. Im besonderen hat sich das sächsische Ministerium und die TU Dresden in einem Forschungsprojekt dem Rotwild in Sachsen verschrieben. Deshalb wurde im Januar 2009 eine Studie mit dem Titel „Die Zukunft der Rotwildlebensräume in Sachsen“ beauftragt.

Bedauerlich wäre damit, dass durch das Land Sachsen eine solche Studie durchgeführt wird und auf der anderen Seite Tierbestände durch zu hohe Abschussraten dezimiert werden. Hoffentlich macht man sich bei den Worten des Forstministers Frank Kupfers: “… Wir wollen die Forschungsergebnisse aber auch dazu nutzen, um die gesetzlichen Rahmenbedingungen diesbezüglich auf den Prüfstand zu stellen…” nicht nur Gedanken um Zerschneidung der Landschaft und den Zerfall von Tiergruppen. Wenn man das Protokoll sichtet, stellt man schnell fest, dass das Tharandter Gebiet zu einem geringen Bestandsgebiet von Rotwild gehört. Daher sollte man doch mal die Abschusszahlen auf “Null” setzen um den Rehkitzen eine echte Chance zu geben.

freiepresse.de - Rotwild im Tharandter Wald ist gefährdet
nabu.de - Steckbrief Rothirsch
wikipedia.org - Der Rothirsch
sdwi.de - Schutzgemeinschaft deutsches Wild - Das Rotwild
oejv.de - Ökologischer Jagdverband - Lebensräume der Hirsche werden neu erforscht
Protokoll - Datei als pdf - Sachsen Rotwild Forschungsprojekt 2009
deutschewildtierstiftung.de - Rotwildmanagement

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